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24.07.2008 09:38
"Mitgespielt": 4 - 10.2Die Türe in die pinkfarbene Räumlichkeit hinein öffnete sich - Dorthe, die hereinschaute. "Alles zu Ihrer Zufriedenheit, Herr Nanu?" "Ja!" gab Jochen zur Antwort. "Sind Helga und Silke gehorsam?" erkundigte die dicke Dorthe sich, die einen geblümten Morgenmantel anhatte; ihre lederne Reitgerte der Züchtigung schwang Dorthe. "Alles bestens, Frau Dorthe." Abwinken Jochens. "Sie hätten schon viel früher zu uns kommen sollen, Herr Nanu - deswegen bin ich ein wenig von Ihnen enttäuscht", versetzte Dorthe. "Auch bei mir, in meinen bescheidenen Räumlichkeiten, hätten Sie Trauerarbeit leisten können. Statt dessen haben Sie nichts getan, als sich daheim in Ihrer Wohnung einzusperren. Keinem Freund haben Sie geöffnet." "Mein Kühlschrank war gefüllt, Dorthe, also ist das schon gegangen ..." Schulterzucken Jochens. "Sie hätten Helga ruhig aufmachen können, Herr Nanu - Helga, die ich nach Ihnen geschickt hatte", blieb Dorthe bei ihrer Rede. "Helga hatte den Auftrag, Sie zu erfreuen, Herr Nanu, die Finsternis in Ihrem Herzen ein wenig aufzuhellen ... Darin ist Helga ziemlich gut, wenn Helga weiß, daß sie den Auftrag hat ..." "Danke, Frau Dorthe!" Eine leichte Verbeugung Jochens zu Dorthe hin. "Es war mein Wunsch, alleine zu sein. Und nachdem ich nicht das Verlangen verspürte, zu öffnen ..." "Eineinhalb einsame Wochen der Verschwendung, Herr Nanu ...", erklärte Dorthe. "Und Sie hätten alles mit Helga tun dürfen. Es hätte Helga und mich besonders glücklich gemacht, alles, was Sie mit Helga getan hätten ..." "Es tut mir leid, Frau Dorthe - wenn Sie deswegen nun von mir enttäuscht sind." Ein paar traurige Blinzler Jochens. "So ist jedoch das Leben: Es gibt immer zu erfahren, daß man sich in jemanden geirrt hat. Die Leute, die sind eben verschieden. Der eine handelt so, der andere so. Wenn Sie meinen, Frau Dorthe - dann gehe ich jetzt wieder ..." "Nein, nein, Herr Nanu!" Ein erschrockenes Gesicht setzte Dorthe auf, haute die Luft mit der Ledergerte. "Sie sind jetzt bei mir - auch wenn Sie dafür etwas gebraucht haben, an Dorthe zu denken, was ich nicht hilfreich finde. Bitte, Herr Nanu, ich sage ja nicht, daß ich Sie nicht verstehen kann. Dadurch weiß ich nun allerdings, daß Sie einer sind, der sich 554 |
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24.07.2008 08:25
"Mitgespielt": 4 - 10.110. Für Neuigkeiten Launig warf Jochen einen Blick auf den dunklen Fernseherbildschirm. Den Kopf mit den roten Langhaarperücken gesenkt, wie Jochen Nanu es ihnen befohlen hatte, knieten Helga und Silke auf dem Teppich, rührten sich nicht. Seufzend hockte Jochen sich auf das pinkfarbene Sofa; Pink, das war Dorthes Lieblingsfarbe. "Na, dann sagt wieder einer was von euch beiden", sprach Jochen Helga und Silke wieder an. "Dorthe hat gesagt, wir sollen alles tun, dich auf andere Gedanken zu bringen, Jochen", redete Helga. "Wie können wir das, wenn wir nur am Platz herumknien? Ganz besonders Silke hat sich auf dein Kommen gefreut ..." "Ein schöner Zug von Silke", meinte Jochen, winkte ab. Silke flüsterte Helga etwas ins Ohr, und Helga kicherte. Das erwiderte Helga ebenfalls mit Geflüstere, worauf Silke loskicherte. "Ich kann das nicht, das Lippenlesen, Helga, Silke ...", raunte Jochen. "Um das, was ich gesagt hab', von den Lippen abzulesen, muß man das nicht können", sagte Silke keck, schlug die Augen nieder. Die Schulter zuckte Jochen. "Das ist Dorthes Wunsch, daß ich und Silke dich auf andere Gedanken bringen, Jochen", erklärte Helga. "Wie können Silke und ich das aber - wenn wir die ganze Zeit nur am Boden knien, nichts tun dürfen. Wie wäre es, wenn ich aufwarte? Ein paar Schlückchen eines Getränks, der Stimmung auf die Sprünge zu helfen ... Bitte, Jochen - darf ich mich erheben, um uns ein paar Gläser vollzuschenken? Dort in der Vitrine haben wir einen erlesenen Wein, den könntest du probieren, Jochen ..." "Nein!" lehnte Jochen das Angebot ab. "Ihr bleibt weiter knieend. Senkt eure Gesichter wieder auf den Teppich runter ..." "Aber ...?" begehrte Helga auf. 553 |
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22.07.2008 08:26
"Mitgespielt": 4 - 9.7ihr denn von Sili und Ebru?" "Was reden wir hier was viel mit denen, Egon?" mischte sich der zu Egons Rechten ein. "Packen wir uns die zwei Weiber, nehmen sie mit, stecken sie in den Käfig. Und die beiden da, die wollen den Schwarzen Baart kennenlernen, oder ...?" "Ja, ihr wißt, daß der Schwarze Baart euch gern sehen möchte, ja ...?" sprach Egon die jungen Dinger an. "Der Schwarze Baart wartet ..." "Lauft schnell weg!" gellte Steffi, stieß die im Minirock neben sich, die allerdings nicht weglief. "Keiner rührt sich hier mehr!" gebot der eine Kumpel Egons mit der blauen Mütze, der sich hervortat, der, der ein zweischüssiges Pfeilschußgerät aus der schwarzen Ledertasche an seiner Hüfte herausgeholt hatte, mit dem Teil drohte. "Seht euch das an, was ich hier hab' ... Wer will von mir getroffen werden?" Gerade beabsichtigte Jochen, sich dem Waffenträger anzunähern - als Jochen Nanu böse schnarrendes Geräusch stoppte. Drei Summer mit schwarzen Gehäusen flogen zwischen den Stehenden hindurch, stiegen wieder in die Luft auf. Rote, blaue Strahlen zischten, fauchten als Geräuschkulisse, aus allen Richtungen fuhr es in die Leute am Platz hinein. Mit aufgerissenen Augen sah Jochen die erste, eine der weißberockten Zwölfjährigen, rote Flecke am Kleid, mit Gekreische niedergehen. Daraufhin warf Jochen sich mit rasendem Herzen auf den Teerboden, legte sich die Hände über den Kopf; eigentlich nichts, das gegen den Laserbeschuß aus den Summern helfen konnte. Dann schnarrte die Masse FOs richtig bösartig auf - aber es war nichts weiter. Stille erfüllte die Szene, und Jochen, der weiter am Leben war, dem nichts irgendwie weh tat, nahm die Handflächen runter - bemerkte jemand aus den Augenwinkeln, der aufsprang. Das war Martin, der unartikuliert schreiend allem davonlief, anscheinend ohne die geringste Verletzung. Auf dem geteerten Boden hockte Jochen sich hin. Um ihn her regte sich sonst kein Mensch. In Egon und seinen blutenden Kumpanen war nichts mehr, das auf Leben hinwies. Steffi, Mellie, Ebru, Sili waren blutüberströmt. Der einen der Kurzberockten fehlte der Kopf. Steffi schaute aus wie durchlöchert, Pinkstoff ihres Jacketts in die Haut am Hals eingebrannt, während Mellies hübsches Gesicht aus irgendeinem Grund entspannt wirkte, nicht recht zu der klaffenden Wunde im Bauch paßte, dem Blut, das Mellie da herauslief ... Schwarz wurde es Jochen vor Augen, er kippte weg. 552 |
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21.07.2008 09:26
"Mitgespielt": 4 - 9.6das brauch'. Das muß aufhören, Jochen. Du erklärst Tantchen, was zwischen dir und Roland genau war, Jochen ... Nun ja, gut, zuerst fragen wir noch bei Dorthe nach, ob sie uns was sagen möchte, wegen Roland ..." "Ganz zu Diensten, Martin!" Den allergrößten Widerwillen gegen Martin spürte Jochen in sich. "Wir werden das regeln, Jochen ...", blieb Martin dabei. So drei Typen in Khakihosen und braunen Jacken standen außerhalb von "Ricco's Stehausschank" auf der Straße beieinander. Einer schien gegenüber seinen Kumpels gestenreich irgendwas auf dem Herzen zu haben, wandte dabei das Gesicht, daß Jochen das Profil eines sympathischen Kerls blickte - Egon! Den Ellenbogen stieß Jochen Martin gegen den Oberarm. "Egon! Das da ist Egon, der heimkommt!" "Verflucht, Jochen!" Mit der Zunge schnalzte Martin. "Und Steffi und Mellie, die sind noch bei Egon droben ..." Schweigend sah Jochen zu, wie Egon und die beiden anderen sich Richtung Wohnhaus Egons in Bewegung schafften; Egon war der, der etwas vorausschritt. In diesem Augenblick öffnete sich die Haustür - und Steffi in ihrer ausgewaschenen blauen Lieblingshose und dem Pinkjackett trat aus dem Gebäude heraus, gefolgt von zwei blonden Mädchen in weißem Minirockkleid, weißgraue Strumpfhosen an den Beinen. Die zum Schluß, die war Mellie, die wie gegen eine Wand gelaufen innehielt, sich durchs rotgefärbte Haar strich, den Mund vor Schreck offen. Egon und seine Begleiter waren nahe dem Gehsteig stehengeblieben, glotzten auf die Erscheinung vor ihnen. "Glaub', Martin, Mellie und Steffi brauchen gleich meine Hilfe", raunte Jochen Martin hin, wartete auf nichts weiter von Martin, entfernte sich, riß die Glastür von "Ricco's Stehausschank" auf. "Was seid ihr denn für Weiber?" erlauschte Jochen Egon, der wie immer noch überrascht auf Steffi zeigte. "Kenn' euch nicht. Was kommt ihr mit denen raus, Sili, Ebru? Hab' ich nicht gesagt, ihr sollt oben bleiben, niemand Fremdem aufmachen? Ich komm' euch jetzt abholen ... Hab' ich das nicht gesagt, daß ich das tu'?" "Wir gehen mit den beiden mit", machte die Größere im weißen Minikleid ihre Lippen auseinander. "Die kennen dich, Egon! Die haben uns gesagt, daß du was mit uns vorhast. Und wir glauben ihnen ..." "Ah, doch kenn' ich die, vom Sehen her!" richtete Egon das Wort an Steffi und Mellie. "Beim Schwarzen Baart im Haus drinnen hab' ich euch schon ein-, zweimal getroffen, ja? Was habt ihr denn hier zu suchen? Was wollt 551 |
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21.07.2008 08:28
"Mitgespielt": 4 - 9.5"'Egon' - wer?" konnte Martin mit dem Namen nichts anfangen. "Welcher 'Egon'? Sag mir schnell, welcher 'Egon' dort drinnen wohnt ..." "Egon, ein Satellit von Kai", antwortete Jochen. "Und Kai kennst du, Martin - Kai ist der Sekundant von Ellister Baartram, gemeinsam mit Ligga." "Ah - genau, der Egon!" war Martin jetzt doch mit Egon bekannt. "Dort drinnen im Haus wohnt der? Überhaupt nicht weit von mir weg ... Aber was wollen Steffi und Mellie - deine Freundinnen, Jochen - von dem?" "Steffi und Mellie, die haben einen Narren an zwei Hübschen gefressen, denen Egon bei sich droben schöntut." Jochen seufzte. "Steffi und Mellie haben die zwei öfters beim Einkaufen getroffen, sind mit denen ins Gespräch gekommen. Die sind vielleicht so zwölf Jahre, die zwei ... Steffi und Mellie fürchten, daß Egon die beiden demnächst als Opfertiere vorsieht. Sie sind zu Egon rauf, um die beiden dort rauszuholen ..." "Wirklich ...?" Grüblerisch guckte Martin Jochen an. "Mir paßt das auch nicht unbedingt, Martin", erklärte Jochen gereizt. "So ist das aber nun mal - ich bin der Freund von Steffi, Mellie. Also steh' ich hier Schmiere, paß auf, ob Egon oder sonstwer ein Bekannter hier ankommt. Und wenn der das tut, reingegangen ist, soll ich zur Haustür laufen, oben läuten, Steffi und Mellie warnen ..." "Vielleicht wissen die beiden Süßen, die Egon küssen, längst, was Egon von ihnen möchte, und sie haben nichts dagegen ...", überlegte Martin mit gleichgültiger Stimme. "Hab' ich auch zu Steffi und Mellie gesagt, daß das so sein könnte." Jochen nickte. "Hab' den beiden dringend von der Sache abgeraten. Egon treibt's mit den Schnuckis, arbeitet geduldig an seiner Sache. Die zwei heulen zwar dann und wann mal rum, trifft man sie, lieben den netten Egon vielleicht aber trotzdem sehr ... Da kann man am Schluß eine Überraschung erleben. Aber, Steffi und Mellie sind überzeugt, daß sie die richtigen Worte finden, daß die beiden mit ihnen mitkommen ..." "Gut, warten wir, bis Steffi und Mellie aus dem Haus draußen sind, alleine oder nicht." Scharf hatte Martin Jochen ins Auge gefaßt. "Später, wenn die Geschichte bei Steffi und Mellie klargeht - kommst du mit mir mit zu Tantchen, Jochen ... Daß Dengler auch mir an die Gurgel will, das find' ich gerade überhaupt nicht, daß ich 550 |
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20.07.2008 09:21
"Mitgespielt": 4 - 9.4"Roland verschwendet auch keinen Gedanken da dran, daß er mein Sekundant ist", machte Jochen aufmerksam. "Als wär er das nicht, läßt er sich nicht mehr blicken, seitdem. Oder - wohnt seit heute einer in seiner Wohnung oben, Martin ...?" "Das nicht, Jochen. Das ist bisher auch dein Glück. Das ist das, was Dengler davon abhält, über dich zu kommen, Jochen." Eine Geste des Ungefähren Martins. "Aber heute früh - heute früh war einer bei Roland in der Wohnung droben. Dengler hat's mir gesagt ..." "Und?" Die Augen verdrehte Jochen zur Raumdecke. "Wohnt der jetzt da drinnen?" "Nein, tut er nicht!" Martin schüttelte den Kopf. "Der hat nur nach Rolands Wertkarten geschaut ... Dein Glück." "Also ..." Was eigentlich an dem Ort seine Aufgabe war, an das, was er für Steffi und Mellie tun sollte, erinnerte Jochen sich plötzlich wieder, schaute nach der Gebäudetür gegenüber. Langsam dauerte die Unterhaltung mit Martin länger, fand Jochen, Steffi und Mellie müßten in der nächsten Zeit dort aus dem Haus rauskommen, allein oder nicht. "Was du mir erzählt hast, Jochen, das erzählst du jetzt auch Tantchen", vernahm Jochen Martins Gedankengang. "Was?" Ungläubig staunte Jochen Martin an. "Du hast richtig gehört", redete Martin. "Du kommst jetzt mit mir mit zu Tantchen. Du erzählst Tantchen, was du mir erzählt hast. Damit Tantchen das Dengler klarmachen kann, daß du dich nur gegen Rolands Messerstich gewehrt hast, Jochen. Klar?" "Nein, Martin!" lehnte Jochen ab, linste Martin gefährlich an. "Das muß aber sein, Jochen! Tantchen ist die, die auf Dengler einwirken kann, sonst wirst du Dengler nicht mehr los, Jochen ..." Auf die Fläche des hohen Anlehntischchens klopfte Martin. "Du kannst mich mal mit Dengler!" fauchte Jochen. "Ich geh' hier nicht weg!" "Du solltest tun, was ich von dir will, Jochen." Den Finger reckte Martin. "Hör mal, ich bin nicht zum Spaß bei 'Ricco' - Steffi und Mellie sind in das Haus da rein", entschied Jochen sich für Information. "Da drinnen, da wohnt Egon!" 549 |
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20.07.2008 08:20
"Mitgespielt": 4 - 9.3gerade kommen wir von Dorthe, wo wir den ganzen Abend Nummern geschoben haben - und dann kommt Roland an, sagt mir was davon, ich soll mich nicht mehr bei Steffi blicken lassen. Wie das überhaupt geht, hab' ich Roland gefragt, wenn Mellie die Freundin von Steffi ist. Und überhaupt, Steffi und Mellie sind meine Freundinnen - nicht die seinen ... Geschubst haben Roland und ich uns. Dann hat Roland ein Messer in der Hand gehabt; gerade hab' ich das noch blitzen sehen, im schlechten Licht der Straßenlampe." Schweigen bei Martin. "Ich steh' hier, Martin, also ist Rolands Stich vorbeigegangen", setzte Jochen fort. "Wie's so kommt, hatt' ich Rolands Handgelenk zu fassen bekommen. Öch, dann hat Roland sich mit dem eigenen Messer gestochen ..." "Warum sagst du das nicht von Anfang an, daß Roland mit dem Messer auf dich los ist?" wollte Martin wissen. "Weiß auch nicht, Martin ...", säuselte Jochen eine Runde. "Dacht', es wär besser, ich verschweig' euch das mal." "Und - was war mit Roland?" verlangte Martin weiteres zu erfahren. "Hat's Roland schlimm erwischt? Hast du ihn auf der Straße liegenlassen?" "Ö - nein!" widersprach Jochen dem. "Roland hat mich zu Boden gerempelt, das Messer in seiner Schulter. Roland hat gemeint, daß ich ihm dafür noch zahlen würd', hat sich aber von mir abgewandt, ist in die Dunkelheit davongerannt ..." "Das soll ich dir glauben, Jochen?" Ein Lächeln stand Martin im Gesicht. "Ist mir doch egal, ob du mir das glaubst oder nicht, ja?" "Und - bist du Roland hinterher oder so?" "Nö!" Jochens Kopfschütteln. "Das heißt, nur kurz. Ich hab' Roland im Dunkel aus dem Blick verloren ... Ich hab' gehorcht und gehorcht, aber von Roland hab' ich nichts mehr gehört. Dacht' mir, der wird mit seiner Verletzung sicher zu Dorthe rennen, sich von Dorthe verarzten zu lassen. Aber zu Dorthe wollt' ich nicht wieder ... Nun, seitdem hab' ich nichts mehr von Roland gesehen oder gehört. Kann nur raten, was mit dem ist ..." "Du meinst, Dorthe ...?" Die Augen Martins waren groß. "Ah, Jochen ...!" 548 |
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19.07.2008 09:20
"Mitgespielt": 4 - 9.2hab's Dengler wiederholt, daß ich dir glaub', dir glaub', was du gesagt hast, Jochen ..." "Schön, Martin!" "Obwohl - alles ist relativ, Jochen ..." Die Miene Martins war ernst. "Wa-as?" Die Faust ballte Jochen kurz. "Bei der Polizei verhören sie dich - stellen dir immer die gleichen und noch mal die gleichen Fragen." Mit dem Finger zeigte Martin auf Jochen. "Du willst kotzen, weil du ihnen schon wieder dasselbe erzählen sollst. Hast du das nicht gerade schon gesagt? Wieder wollen's sie hören ... Dann stellen sie dir eine Frage, die du so noch nicht gehört hast ... Was ist, Jochen - was war da zwischen Roland und dir los? Dengler hat zu mir gesagt, daß er erfahren hat, daß du und Roland gesehen worden seid, gegenüber von der 'Laterne'. Du und Roland, ihr beiden hättet miteinander gerungen, hat Dengler mir eins dahergeredet ... Eh, du und Roland, ihr beiden gegenüber der 'Laterne', nicht übel im Clinch, um es deutlicher zu machen, wovon ich zu dir spreche, Jochen. Das hab' ich bisher noch nicht von dir gehört, Jochen, daß so was Handgreifliches eine Möglichkeit zwischen dir und Roland gewesen sein könnte ... Klar?" "Pah!" entfloh es Jochen. "Na, Jochen?" Martin blinzelte traurig. "Gut, Martin!" Langsam baute sich das Bedürfnis in Jochen auf, Martin eine feste reinzuhauen. "Wenn du alles bis ins kleinste wissen willst - sollst du's wissen, gut." "Na denn!" verlangte Martin. "Ich will wirklich was von dir hören, Jochen ..." "Wir sind denn bei der Dorthe raus, Martin, Roland und ich", begann Jochen, rieb sich das Kinn. "Roland wollte noch in die 'Laterne', zum Spielen. Eine Runde Karten ... - weißt du ja alles, Martin." "Ich will jetzt sofort was von dir hören, Jochen, was Neues - sonst ..." Der Zeigefinger Martins drohte Jochen. "Es stimmt, was Dengler gehört hat, Martin", gestand Jochen ein. "Roland und ich, wir haben uns vor der 'Laterne' nicht nur angeschrien ... Es ging, wie du weißt, um Steffi. Weil Roland gemeint hat, daß ich Steffi in Ruhe lassen soll; Mellie, die könnt mir doch reichen. Roland hat gelabert, ich soll mich nicht mehr bei Steffi droben blicken lassen, weil er jetzt bei Steffi dran wär. Das war echt witzig, was Roland gequakt hat. He, 547 |
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19.07.2008 08:21
"Mitgespielt": 4 - 9.19. Ein kleines Gemetzel Nach der Haustür starrte Jochen, dorthin, wo Mellie und Steffi vor ein paar Augenblicken verschwunden waren. An seinem schwarzen Kaffeegetränk nippte Jochen. Abrupt schaute Jochen von der Tasse hoch, die er niederstellte, blickte eine Person, die in "Ricco's Stehausschank" reinschaute, geradewegs auf Jochen Nanu - Martin. Martin fing zu grinsen an, bedeutete, daß er zu ihm, Jochen Nanu, hineinkommen würde. Unlustig seufzte Jochen; Martin, der hatte ihm gerade gefehlt. Eigentlich war es Jochen Nanus Aufgabe, sich dieser verfluchten Gebäudetür gegenüber zu widmen, damit er Mellie und Steffi würde warnen können, sobald ... "Hallöchen, Jochen!" grüßte Martin, nachdem er angekommen war, sich bei Jochen an dem hohen Tischchen aufgebaut hatte. "Wie ist's? Ich hab' gehört, du hast gesagt, du gehst heute nicht mehr aus ..." "Ist eben anders gekommen, wie du siehst", antwortete Jochen mit verdrießlichem Gesichtsausdruck. "Komm gerade von Tantchen", laberte Martin. "Ah, bei Tantchen warst du länger nicht mehr, Jochen. Tantchen würd' sich mal wieder gern mit dir unterhalten. Ja, heute haben wir fast nur von dir gesprochen, Jochen ..." "Sollen sie doch reden, was sie wollen!" Die Schulter zuckte Jochen. "Wie Dengler dich haßt, Jochen!" hielt Martin fest. "Dengler kann mich überhaupt nicht begreifen ..." Nach der Tür, die er für Mellie und Steffi im Auge haben sollte, guckte Jochen. "Dengler haßt dich, Jochen - das ist nicht schön ..." Durchs erblondete Haar strich sich Martin. "Vor Dengler mußt du dich in acht nehmen, Jochen ..." "So muß das sein, Martin!" gab Jochen zurück. "Wenn es Liebe auf den ersten Blick gibt - dann war das zwischen Dengler und mir Haß auf den ersten Blick. Hab' mir schon mal gedacht, daß Dengler mich haßt, weil er nicht anders kann." "Dengler hat mich noch mal ganz genau gefragt, wie ich dazu käme, dir den zweiten Sekundanten zu machen, Jochen, solange Roland ... Dengler hat mich - ähm! - aufgefordert, davon Abstand zu nehmen ..." Groß betrachtete Martin Jochen. "Ich hab' Dengler meinen Standpunkt noch mal ganz klar auseinandergesetzt. Ich 546 |
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16.07.2008 09:13
"Mitgespielt": 4 - 8.14"Ach, das ist nicht viel, Martin." Dorthe lächelte. "Ihr könnt bei Gelegenheit ein paar Besorgungen für mich machen. Hm, starke Männerarme, starke Männerarme kann man als Frau hier in der Stadt immer brauchen. Auch wenn Helga das nicht findet. Was mich am meisten freuen würd, wär, wenn ihr mich möglichst oft besucht. Ja, das wär mir 'ne besondre Freude, meine guten Bekannten, Freunde viel um mich zu haben ... Helga mag zwar keine Männer - aber was kümmert mich, was Helga gern hat oder nicht? Helga hat da nichts zu sagen, sie hat zu gehorchen, die Beine auseinanderzumachen. Ich würd' da gerne so oft wie möglich dabei zuschauen, wie Helga, Silke und Babsi euch aufwarten, wie Helga, Silke und Babsi euch dienen ... Hm, das würd' mir als Bezahlung schon reichen, Martin, Jochen. Einfach, daß ihr aufmerksam seid, mir Wünsche von den Augen ablest ..." "Ja? Das wär alles, Dorthe?" "Für mich wär's mal genug, Martin ..." "Eh, Dorthe, ich denk' mal über alles nach ..." Zweimal räusperte Martin sich. "Würd' dich das stören, wenn wir dann hier wieder rausmachen, Dorthe? Die Zeit ist schon ziemlich lang, Dorthe ... Ö, Dorthe, ich muß mal wohin ..." "Kein Problem, Martin!" Freundlich war Dorthes Gesichtsausdruck. "Ja, gehen wir wieder hier raus ..." "Also denn, Dorthe ..." Den Finger reckte Martin. "Dorthe sagt's euch, daß sie euch eure Dinger rausoperiert, wenn sie zufrieden mit euch ist." Kopfnicken Dorthes, die an der Schnur zog, das Leuchtbord ausschaltete. "Dann kann alles sehr, sehr schnell gehen. Dorthe wird das jedem von euch herausholen, jedem, den sie mag und der ihr die Einwilligung gibt. Dorthe macht das gern, Dorthe macht das Operieren Spaß ... Und denen eins auszuwischen, die's reinoperiert haben - das ist auch was, nicht?" "Ehm, Dorthe, ja, wir sind dankbar, daß wir jetzt jemanden kennen, der das kann, machen will", versicherte Martin. "Dafür sind wir sehr, sehr dankbar. Wenn wir denn ... Nun, ich müßte mal raus ..." "Ja, Martin ..." Abrupt brachte Dorthe sich in Bewegung, tänzelte zu der Wand, wo der Teppich einen halben Meter über dem Fußboden endete. Ein Handwischer Dorthes, und das elektrische Licht war ausgeschaltet. 545 |
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