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Sketche

     
18.02.2008 10:35

Ein Einfall für einen Film

Das ist mir gekommen:

Der Mann kehrt nach Hause zurück. Er sperrt die Wohnungstür auf. Still ist es in der Wohnung, als wäre das Vögelchen ausgeflogen.

Kann das aber sein? Böse Worte schweben weiter in der Luft herum, als hätten sie Gestalt. Verletzende Dinge, die gesagt wurden, Spott, Hohn. Einfache, vernichtende Sätze, Kleinigkeiten, die nicht ausgesprochen werden sollten. Hat es gereicht? War das Maß wirklich voll? Eine Weile horcht er. Nichts zu hören. Von niemandem.

Durch die Räumlichkeiten schlendert er, entdeckt sie leer. Kein Mensch, der wo schläft. Als letztes geht er ins Badezimmer.

Im Bad, da findet er sie. In der großen Wanne. Rund um sie herum ist das Wasser verfärbt. Die Handgelenke hat sie sich geritzt. Ihr Blut, das dem Wasser Farbe gibt.

Plötzlich rührt die sich; die lebt noch. Die Augen hat die aufgeschlagen, die guckt ihn an. Er hätte, kaum hereingekommen, sich sofort wieder abwenden und rausmarschieren sollen. Sie sieht das, wie er sie betrachtet.

Dableiben soll er, meint sie leise zu ihm; sie will nicht, daß er weggeht, den Notarzt ruft. Den Wunsch, den erfüllt er ihr. Lässig hockt er sich auf den Badewannenrand. Mit seiner Freundin, Geliebten unterhält er sich, über dies und das. So gut hatten sie lange nicht mehr miteinander gesprochen. Überhaupt war das viel Streß zwischen ihnen, zuletzt. Er hatte ihr das des öfteren deutlich gesagt, was er von ihr hält, wo sie ihn konnte und alles. Sich von ihm zu trennen, hatte er ihr nahegelegt. Aber sie war geblieben. Weil sie ihn liebt, hat sie gemeint.

Irgendwann, weil sie zu schwach ist, weiterzusprechen, kehrt Stille ein. Beim Sterben sieht er ihr zu. So lange, wie er noch dasitzt, sie mußte in eine andere Welt hinübergegangen sein.

Leise verläßt er das Badezimmer. Als wäre er aufgeregt, nimmt er sein Mobiltelefon zur Hand. Den Notruf wählt er, sie sollen schnell kommen. Die Polizei ruft er ...

Den Polizeibeamten, die nachfragen, wiederholt er, daß er, nachdem er nach Hause gekommen war, seine Freundin nicht vorgefunden hätte; er dachte, sie wäre fort, wegen den vielen Streitigkeiten in der jüngsten Vergangenheit. Dann hätte er sie im Bad gefunden, tot; das Wasser voll von ihrem Blut.

*

Das wäre der Plot. Sehr krude, das Ganze. Jetzt wäre nur noch der Einfall fällig, wie der Bursche sich verrät. Wie kommt es dazu, daß Leute erfahren, was sich in diesem Badezimmer ereignete?

Was sich in Wahrheit dort zutrug.

Vielleicht, daß jemand von ihrer Familie aus irgendeinem Anlaß einen Privatdetektiv anheuert, der von der Detektei geht auf Forschungsreise ... Das müßte man sehen.

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14.08.2007 13:05

Fotos auf Pappe

Küß das!

Weißes Licht, rote Hitze.

Wie nennt sich die Kiste, aus der ich das geholt hab'? Ah, die Falschmünzerkiste! Die Schwatz- und Fälscherkiste ...

Das Ding geht ungefähr so:

Zwei Riesen in einer Höhle. Der eine Riese hatte den anderen aufgenommen. Weil's dem so schlecht ging, damals. Quasi lebte man zusammen, teilte Interessen.

Irgendwie war's was mit ähnlichem Zeitvertreib, die gleichen Anschlüsse, nur Höhle nebenan. Trotzdem konnte der eine sehen, was der andere so trieb: Parallelschaltung. Der eine, der kann das, der, der der Geschmeidigere, Öligere war, der mit dem zweiten seinen Spaß hatte, ohne daß der alles davon mitkriegte. So übermittelte der Flinke das seinem Liebling, dem Liebling, für den er, wie er tausendfach wiederholt sagte, schon einen Ring gekauft hätte. Wie der daneben in der Höhle auch für seinen Engel einen Ring sich zugelegt, sogar schon ein teures Monsterzelt für sich und die Geliebte bestellt hatte; in dem hätten sie als Mann und Frau hausen können, davon war die Rede, wenigstens.

O-o, es war nicht auszuhalten, oft.

Das erzählte der, bei dem die Späße besser liefen, seinem momentanen Herzensliebling. Mit viel Gelächter, daß sie fast drunterrutschte, unter das Rechnertischlein hinab ... Die Foto-Geschichte ...

Ein Muskelmann. Nicht Ringer, Faustkämpfer oder so. Nein, ein Musiker. Musik der harten Gangart dröhnt dort aus den Lautsprecherboxen, wenn die spielen. Wilde Glutaugen suchen das Publikum einzuschüchtern, herausfordernde Posen ... Bruch von Tabus, das gehört zum Geschäft, ob mit innerer Anteilnahme oder nicht; echt egal, was ... Es war einmal, da dachte alle Welt, solche Typen würden nichts auslassen. Massenweise die Weiber, die sich abschleppen lassen wollen, die ganz von selber hinter die Bühne kommen, ausflippen. Man würde das mögen, hätte die geilen Bräute immer am Leib, statt sie wegzuschieben.

Hier kommt dieses massive Lachen: Der andere, der soll einen Papperdeckel und eine Tube Klebstoff genommen haben. Den Karton beklebte der mit den Fotos seines Engelchens, dem Engelchen, dem er alles mögliche versprochen hatte, weiterhin versprach, echt irre Versprechungen, Verheißungen. Diese mit Fotografien vollgeklebte Pappe nahm der Mann im Reisekoffer mit auf Tournee. Wenn ihm danach war, holte er die Pappe hervor, schaute sich die fotografischen Werke, die seine Süße abbildeten, an. Auf diese Art und Weise hatte er sie überall dabei, konnte seine Braut jedem zeigen, der das gezeigt bekommen mochte. Ah, seit über einem Jahr waren die zwei zusammen, ein Pärchen. Nur: Getroffen hatten sie sich eigentlich - noch nie. Nicht einmal auf das große Dröhnungs-Anhänger-Treffen hatte er gehen mögen, auf dem sie war, obwohl das nicht fern von ihm stattfand in der großen Stadt.

Daheim, auf dem Fellager, beider Riesen Übung: Der freie Laptop, plaziert auf dem Schoß. Stundenlanges Tschätten. Die Übung, die muß angesehen werden: Kein Mensch, kein Mensch, der aus der warmen Behausung raus mußte, irgendwelche lästige Umstände hatte, wenn er nicht gerade eine Schachtel Zigaretten aus dem Vorhöhlenautomaten nötig hatte.

"Knuddel, knuddel!" sagten die laufenden Zeilen. "Ich hab' dich lieb. ... Ich liebe dich."

"Ich hab' dich lieb." Als wär's eine Funktion auf der Tastatur: der volle geistige Fräser, von jeder Seite. "Ich liebe dich." Und: "Ich liebe dich." ... Und: "Ich hab' dich lieb." Und: "Ich liebe dich." ... "Ich hab' dich so, so lieb" ... Und: "Ich hab' dich lieb." ...

Sie: "Du, mein Engel, darf ich dich anfassen?"

Er schreibt davon, daß er ihre Brüste berührt.

Das Mädchen, ihr Text: "Du, darf ich dich anfassen? Darf ich dich auch fester anfassen?"

Klar, sie darf da hinlangen, auch fester, wenn sie das wünscht.

Fast konnte man das sehen, wie man sich die teure Sex-Hotline sparte. Wie auf dem Bettlager die Hand zwischen die Felle rutschte ...

Uuhhh!

PS.

Ist das denn wahr? Kann das wahr sein? Wer weiß?

*

*

Melancholie

Wo mag's hingegangen sein?     Keiner würd's wirklich wissen wollen.     Ich weiß es gerade nicht.     Obwohl's sich nie vorgestellt hatte, hat's sich mal verabschiedet.     Warum ist's gegangen?     Irgendwo ist's sicher neu erstanden, zu allerherrlichster Pracht erblüht.     Wo nur mag die heiße Liebe hingekommen sein? Die ist jetzt woanders mit ihrer Blüte.     Nirgendwo ist da viel in meiner Nähe.     Hätt' ich denn eine Spur, ich würd's sofort sagen.   

*

Bin mir sicher, es läßt nicht los. Das weiß ich sogar - es gibt weiter Nachrichten. Etwas, das hin und her fliegt. Um nichts zu verpassen ...

Nach dem Ende - ist nicht Schluß.

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26.07.2007 16:04

buddel, buddel für die Archäologie

Kreisarchäologie

Was von Posse auf trister Scholle!

Eine Archäologiemannschaft. Auf Baugrund am Dorfrand; bereits tiefergelegt und abgezogen. Zweier-, Dreierteams buddeln an markierten Orten Löcher. Funde: Keramikstücke, Baumreste, rote Ziegel. Und Skelette. Drei Kapos stehen den Schaufel-Arbeitern vor. Die bewältigen an den Skelettfundorten danach die Feinarbeit mit Pinsel, Spachtel, Maßband usw.

Man ist unter Männern. Herbe, derbe, grob geht's zu. Anderswo wird kindisch Luftgitarre gespielt - hier spielen ganze, erwachsene Kerle Luft-Sex, all diese Bewegungen. Nur die Zoten aus der untersten Schublade ... Um den Spaß zu verdeutlichen, faßt der eine dem anderen schon mal hinterrücks an die Schultern, Stellung: von hinten. Ein glatter, dünner, länglicher Stein, mit dem wird gezeigt, wo was reinzuschieben wäre, hinten, vorne.

Um das klar zu verdeutlichen: Wir sind hier bei offiziellen Ausgrabungen. Die Ausgräber legen viel wert auf die Freundlichkeit, Bereitwilligkeit und Mitarbeit der Bevölkerung. Rundherum sind jede Menge Häuser, auch mit erstem Stock. Aus den Fenstern könnten Kinder herausschauen, Hausfrauen, was immer, was Urlaub hat oder sonst etwas. Trotzdem: Es geht ab, ist lustig - gefeixt wird. Es kommt zu der Szene, daß der "vierte Kapo" dem zweiten, dritten Kapo ans Gemächt faßt. Und zwar richtig. Schwul, schwul ist hier selbstverständlich keiner - das wär an dem Ort auch schwer auszuhalten, das würde für dich unterirdisch. Das ist eben alles nur spaßig gemeint, das mußt du verstehen.

Eine andere Geschichte aus dem Witzebändchen. Das war, als der eine Ausgräber, der mit dem Piraten-Look, dem ausgebuddelten, Jahrhunderte alten Skelett einen dieser glatten, markant gerundeten langen Stabsteine mitten vor das Knochenbecken in die Erdscholle steckt. Der Knochenhaufen - sie oder er - hat einen stehen, der ist geil. Dem Zeichner, der angekommen ist, wird das Späßchen präsentiert, dazu gegrinst und gewitzelt. Das Teil verschwindet schließlich, weil der echte Chef der Ausgrabung könnte bald im Land ankommen. Dem Boß gefällt so was nicht notwendigerweise, der hätte eine derartige Geschichte nicht gerne an die große Glocke gehängt. Der führende Mann denkt an die Bürgermeister, Honoratioren, deren Kooperation. Die wird gebraucht. Ohnehin hält die archäologische Arbeit die Bauherren auf, stört Termine.

Wie nennt sich nun solch ein Vergehen? Wie nennt sich dieses Delikt, wenn man das benennen möchte? Das ist kein pietätsvoller Umgang mit der Totenruhe, oder? Schließlich ist der oder die, die hier ausgegraben wurde, an der Stelle zur ewigen Ruhe gebettet worden, eventuell liebevoll. Ob man das, wenn man das selber wäre, gern hätte, wie mit den letzten Überresten umgegangen wird?

O ja, die Art, wie sie der im Piraten-Look gezeigt hat, wie soll man dazu sagen? Mit jedem Stück Müll, das nach einer Gesellschaft übriggeblieben ist, wird wahrscheinlich würdevoller umgegangen. Ein weiteres Beispiel: Wild durcheinander schmeißt der "Pirat" die Knochenstücke in eine Pappschachtel. Das will nicht einfallen, daß das ganze Skelett irgendwann wieder zusammengesetzt werden könnte. Anders gesagt: Die, die das mal unternehmen, die sollen auch was tun für das Geld, das sie kriegen. Ein bißchen puzzeln, das schadet nicht. Außerdem: Wurde vom Zeichner nicht alles genauestens dokumentiert? Das müßte überallhin reichen, oder?

*

Das Gesetzesblatt, die Möglichkeit, kurz angesprochen: Ist das kein strafbares Vergehen, wenn man mit Toten, der Totenruhe seinen Spaß treibt? Grabsteine umwerfen wird bestraft, nicht? Bei allem derartigem in der Gegend kann man mit Strafen rechnen, oder? Oder nicht?

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02.07.2007 09:24

zu "Mitgespielt" ...

Beilageschreiben einer Agentur:

Manuskript-Angebot "Mitgespielt"

Sehr geehrter Herr vonderMär!

vielen Dank für die Zusendung einer Leseprobe Ihres Manuskripts "Mitgespielt", die ich gern gelesen habe. Die Geschichte von Jo-Chen alias Jochen, der sich in einer Fantasy-Welt wiederfindet, ist interessant. Unsere Agentur hat sich jedoch auf die Vermittlung von Belletristik und populärem Sachbuch spezialisiert. Für die Bereiche Fantasy und Science-Fiktion sind wir nicht die geeigneten Ansprechpartner.

Insofern haben wir uns gegen eine Vertretung entschieden und ich muß Ihnen hiermit leider absagen.

Ich hoffe, Sie lassen sich durch unser Votum nicht entmutigen und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Martina Gönning-Leenders

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30.06.2007 14:52

"Alpha" geworden

Eine alte Szene, aber interessant.

Dreißiger Jahre. Unmittelbar nach der Wahl Hitlers. In Berlin. Eine fixierte Kamera; aus einer Dachluke auf die Straße hinab ausgerichtet, schätze ich mal.

Unten, auf der Straßenlandschaft: ein Pärchen kommt daher. Innig, Arm in Arm, beschwingt. Ein Liebespaar, wie es aussieht. Ein SA-Uniformierter tritt den beiden in den Weg. Die SA-Type fängt zu schreien und zu gestikulieren an. Dann stößt die Uniformtype den im Zwirn zu Boden. Wie immer es geschieht, die ansehnliche Braut des Anzugträgers steht auf einmal schräg hinter dem Uniformmenschen, als müßte der sie vor dem in der Bodenlage schützen. Das ist spaßig.

Passiert das alles einfach so? Nein! Gewiß nicht einfach so, sondern: Etwas hatte sich geändert, in der Hauptstadt. Und nicht nur dort. SIE waren an der Macht. SIE waren jetzt an der Macht. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten, wenn sie wollten. Daß sich was geändert hatte, das betraf auch das Nachtleben. Das sollten die merken, die, die nachts unterwegs waren, die aus den Klubs herauskamen. Das sollten die mitkriegen, die Nachtschwärmer: SIE waren die neuen Herren. Die Machthaber. Diejenigen, die über Wohl und Wehe entschieden. Von nun an waren SIE das Gesetz.

"Willst du was gegen mich machen, du Scheißkerl?" fragt der in Uniform den im schwarzen Anzug. "Was willst du tun? Komm her, schlag mich! Du wirst deines Lebens nicht mehr froh. Oder bist du einer von uns? Dann muß ich mich entschuldigen, vielleicht ... Sieht aber nicht aus, daß du einer von uns bist. Trägst du 'ne Uniform? Seh' ich an dir die Uniform, die ich trage? Nein! Wie's aussieht, gehst du ins Gefängnis, wenn ich das will. Komm her, wenn du ins Gefängnis geworfen werden willst!"

"Ja, was willst du denn? Deine Nase gefällt mir einfach nicht! Wer tut mir was, wenn ich sie dir blutig haue? Kommst du her, haust du mir die meine blutig - dann bist du fällig. Dann schau zu, wie du wieder rauskommst, aus dem Elend. Kannst du nur ändern, wenn du einer von uns wirst. Gehörst du zu uns, dann ... Wo ist nur deine Uniform geblieben? Du mußt aber die gleiche Uniform haben wie ich! Eine andere hilft dir nichts mehr."

Das erzählt das von damals: Du kannst nicht einfach so durch die nächtliche Stadt schlendern so wie früher, mit deiner schönen Freundin nachts daherkommen, denken, daß sie dir gehört. "Wir sind jetzt die Kerls", meint der in SA-Uniform. "Du bist nichts. Du spazierst mit deinem Liebling einfach so durch die nächtlichen Straßen. Und du bist keiner von uns. Andere Zeiten jetzt, Freundchen!"

Straßenlaternen-Düsternis. Die Type in SA-Uniform betrachtet den, der zu ihm heraufglotzt. Den, den er mit einem Stoß zu Boden geschickt hat. Die schöne Dame seitlich scheint schon gar nicht mehr zu wissen, wen sie lieber mag. So fest scheinen die Bande noch gar nicht zu sein; sie steht da wie ein Haufen Falschgeld. Freut sie sich gar über die Bodenlage von dem, der sie vorhin noch im Arm hatte? Ist sie spöttisch? Sie war doch dem sein Liebchen? Am Teerboden zu sitzen, das jedenfalls steht ihm überhaupt nicht, gar nicht vorteilhaft für ihn. Riesigen Mut scheint er auch nicht zu haben ...

Das Geseire vom "Alpha-Männchen" fällt mir hierzu ein. So ein Alpha-Männchen, das seine Duftmarken setzen muß. Herzeigen, daß es das stärkste Rudeltier ist. Da waren also die Nazis in Deutschland plötzlich "Alpha". Zwölf lange Jahre lang danach noch. Zwölf lange, blutige Jahre. Nicht zu vergessen. 

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27.05.2007 09:03

'ne olle Bettelklamotte

Hallo!

"Der Tod". Oh, oh, "Der Tod". Stundenlang ist "Der Tod" letztens mal auf dem Portal gesessen. Hat auf jeden gewartet, der hereinkommen möge, zum Schwatz. "Der Tod" hat einmal zu einem anderen der Schwatzbruderschaft gemeint, er, "Der Tod", "weiß alles".

Besser so, daß ich nicht mit "Der Tod" geredet hab'. "Der Tod" - wer weiß, wer das ist, und "Der Tod" ist ein großer Schwätzer. Jeder "Der Tod" muß mitteilsam sein, oder? Wäre er sonst "Der Tod"? Überlegen Sie mal!

Kann ich echt nicht von mir behaupten, alles zu wissen. Puh, nicht im mindesten. Deshalb ist's schwer, beim "Der Tod" mitzureden. Nebenbei hab' ich Sorgen, ist da so ein Druck, der auf mir lastet. Das erschwert auf unangenehme Weise das Denken. Sehr ungünstig.

Auch bei "Chef Nahferne"  ... "Chef Nahferne" braucht das klare Bild.

Oh, "Chef Nahferne".

"Chef Nahferne" ... Eine Beobachtung: "Chef Nahferne" bricht den Kontakt ab. Einen Tag. Ein paar Tage. Eine Woche. Sogar länger. Aber plötzlich - plötzlich ist er wieder zurück. Putzmunter wie eh und je. Von den Freunden hört er sich gerne die Neuigkeiten an, die Kleinigkeiten, die es in der Zwischenzeit gegeben hat. Eines von vielen offenen Fenstern ... Wofür? War schon mal klarer. Ist das nicht das Gefährliche?

Mit freundlichen Grüßen

TeddeMehr

PS.

Alles klar? Muß nicht sein. Das Obige ist nichts als eine Klamotte aus der alten, notigen Bettelkiste. Hat nur einen Sinn: die Unterhaltung. Füller für die Zeilen, die unten drunter stehen. Solche Worte wie die hier: Da sitze ich in meinem abgewetzten Kleid am Boden, vor mir auf dem Pflaster ein schäbiger Filzhut. Hoffe, daß irgendwer, der hier mal des Weges kommt, die eine oder andere Münze mir in den Hut reinwirft. Oder vielleicht sogar ein paar Scheinchen. Gut käme auch ein Fetzen Text mit der Adresse wichtiger Leute drauf. Oder eine Empfehlung meiner Wenigkeit an höherer Stelle, dort, wo man Verständnis für mich aufbringen könnte.

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01.05.2007 15:18

RIALTO

RIALTO-Eis

Ein Schreiben:

deMehrs K.K.-Expo

Sehr geehrter Herr DeMehr:

vielen Dank für das eingereichte Expo. Wir haben es mit Interesse gelesen, da wir ja selbst als Verleih (TOBIS FILM) einen KING KONG-Film in den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in die deutschen Kinos gebracht haben.

Es ist uns allerdings nicht ganz klar, warum Sie sich dieses Themas annehmen, das doch schon so viele Verfilmungen erfahren hat. Die Produktion derartiger Filme, die ja überaus kostenintensiv sind, liegt nicht ohne Grund in den Händen der US-amerikanischen Großstudios. Für eine deutsche Firma ist ein solches Projekt nicht finanzierbar.

Es tut uns leid, daß wir Ihnen keine positive Nachricht geben können und reichen Ihnen anbei das Exposè in dem freundlicherweise von Ihnen vorbereiteten Rückumschlag zurück.

Mit freundlichen Grüßen

RIALTO FILM GMBH

Angela Marquis

PS.

Das bloß, damit keiner meint, niemand auf der Welt würde das kennen, was ich da so beiläufig als K.K.-Expo vorführe. Mir sind die Möglichkeiten anderer Leute durchaus bewußt. Nur so nebenbei. Nichts für ungut.

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23.04.2007 00:16

die Insel, die wärs

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie glauben das nicht?

Sie sind nicht der Meinung, daß auf der Welt irgendwas geheimgehalten werden kann?

Sie teilen also meine Meinung nicht, wenn ich meine: Ich bin durchaus der Ansicht, daß zum Beispiel die US-Amerikaner etwas geheimhalten können? Das US-Militär, das kann durchaus wie eine Geheimgesellschaft arbeiten, wie eine Sekte. Kaum etwas, was nach außen dringt.

Man stelle sich nur vor: Was ist aus der Karte geworden, auf der die Lage der mysteriösen Insel eingezeichnet war, von der sie damals King Kong geholt hatten? Den Film kennt doch jeder! Das Rätsel, wo diese gezeichnete Seekarte abblieb, bisher ungelöst. Darauf müßte mal einer kommen.

Man denke doch bloß mal an die vielen Arten unmöglichen Getiers, die auf diesem Eiland zu finden wären. Dinosaurier in Massen, die längst ausgestorben sein sollten, andere tierische Wesen, ebenfalls nicht in der Natur heutiger Zeit üblich.

Am Anfang des alten Filmwerks brachte die bestens bewaffnete Schiffsmannschaft gleich als erstes einen Stegosaurier um, als die Männer dachten, das riesige Untier würde sie angreifen. Welche Größe all diese Viecher haben! Sogar ein T.Rex kämpfte gegen den Monsteraffen, das Wesen, das die Insulaner "King Kong" nannten.

Was für Fragestellungen für Wissenschaftler! Zum Beispiel, wie können da Tiere auf einem begrenzten, von Wasser umschlossenen Land dermaßen groß werden? Vor allem: bleiben!? Müßte die Entwicklung nicht in die entgegengesetzte Richtung gegangen sein, vor ewiger Zeit? Kleine Stegosaurier, kleiner T.Rex. Von einem "King Kong", keine Rede. Anderswo sind sogar Menschen wieder zu Zwergen geworden! Das Problem mit der Vermehrung. Die Nahrung, die knapper wird  ... Alles klar, oder?

Paradiesisch für Wissenschaftsleute, hätten sie auf solch einem Eiland für ihre Forschungsgebiete bestens ausgestattete Einrichtungen. Welch einen Vorsprung würde es solchen Wissenschaftlerteams verschaffen, könnten sie am lebenden Objekt forschen, während andere anderswo bloß blöde Knochen ausbuddeln.

Ah, Leute, noch eine Variation zu dem Thema. Spaßig

Copyright TeddeMehr im Uboot, TeddeMehr, You fool no one

 

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22.04.2007 00:13

AVA-gesegnet

Eine Segnung, "AVA-gesegnet" eben:

Betreff: RE: Monsteraffe

Verehrter Herr deMehr,

wenn Sie uns nicht ab sofort mit Ihren Neuigkeiten vom Monsteraffen verschonen, werden wir uns in Monsteraffen verwandeln und nächstens über Sie herfallen.

Dann landen Sie auf dem Müll ...

Beste Grüße

(der Name stand drunter)

PS. deMehrs K.K.-Expo-blog - den muß ja keiner gelesen haben.

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11.04.2007 23:37

Jean Ray

Jean Ray.

Kennt heute noch jemand Jean Ray?

Jean Ray - ein belgischer Autor. Fünfziger, sechziger Jahre im 20. Jahrhundert.

Der kleine Roman von Jean Ray (einhundertsechzig Seiten) ist lange Jahre in XY in der Bibliothek gestanden, "Fantasy" das Genre. Oder ganz früher: "Horror". Eventuell tut das das kleine Bändchen, dessen Autor Jean Ray ist, das immer noch, da in der Bibliothek rumstehen.

Inhalt des Werks: Gewöhnliche Menschen entdecken, daß sie über übermenschliche Kräfte verfügen. Eigentlich sind sie Figuren aus der griechischen Götterwelt: Zeus, Hera, das ganze Zeugs. Sogar über die Kräfte dieser Gottheiten verfügen sie, obwohl sie allesamt vor nicht allzu langer Zeit gedacht hatten, nichts als stinknormale Bürger, Mitmenschen zu sein. (Auch der Minotaurus kommt vor, glaube ich.)

Der Text von Jean Ray ist so verworren. Warum aber ist dem so?

Na, man sehe mal das: Ursprünglich war die Geschichte drei-, viermal so lang, die Jean Ray ablieferte. Das heißt, fünfhundert, sechshundert Seiten in der Länge, um es klar auszudrücken. Was ist nun damit geschehen, daß die Geschichte lediglich noch einhundertsechzig Seiten lang ist? Erst einmal sind dem Verleger und Lektor - das alles war der Mann in einer Person - Teile von Jean Rays Manuskript nicht richtig gekommen. Umfangreiche Passagen von Jean Rays Roman hat der selber schreibfertige Mann genommen und eigenhändig umgeschrieben. Als das auch nicht reichte, hat man dort in der Gegend die Geschichte Jean Rays auf einhundertundsechzig Seiten runtergekürzt, ohne Rücksicht auf Verluste. 

Ein schmales Bändchen also wurde das am Schluß nur mehr, das auch als Romanheftchen am Markt weggehen konnte.

Soviel ich weiß, hat Jean Ray nicht eben viel veröffentlicht. Trotzdem hat es Leute gegeben, die sich auf die Suche nach dem Originalmanuskript von Jean Rays großer Saga mit all den Göttern aus der griechischen Sagen- und Götterwelt machten. Aber das Teil ist leider ziemlich verlorengegangen. Deshalb fällt es heutzutage den forschenden Menschen schwer, herauszufinden, was eine Textstelle von Jean Ray und der Ursprungstext ist. Oder was aus anderer Feder stammt.

So kann es kommen.

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